5. Bergisch Metal Festival: Interview mit dem Veranstalter

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Pete Rode ist mittlerweile ein Urgestein im Raum Köln. Als Musiker feierte er seine größten Erfolge als Gitarrist von GUERILLA. Außerdem rockte er Mitte der 90er Seite an Seite mit einer gewissen Frau Angela Gossow (ASMODINA). Auch heute ist er noch musikalisch aktiv, tritt vor allem aber als Mitveranstalter des COLOGNE METAL FESTIVAL und alleiniger Mastermind hinter dem BERGISCH METAL FESTIVAL in Erscheinung.

Anlässlich zur 5. Ausgabe des BMF unterhielt ich mich mit Pete über Idee, Konzept und Infos zum Event. Zunächst interessierte mich vor allem die Motivation dahinter einen regelmäßigen Event auf die Beine zu stellen:

pete rode

Pete: „Das Bergisch Metal mache ich jetzt im vierten Jahr zum fünften Mal. Die Vorgeschichte reicht aber bis 1987 zurück. Man musste als Band schon damals selber den Arsch hoch bekommen um auf die Bühne zu kommen. Im Prinzip ist da viel Eigennutz dabei, angetrieben vom Mangel an Veranstaltern, die auch für Untergrund-Bands funktionierende Konzepte für Festivals haben. Eine Truppe nur einzuladen weil sie meiner Band ebenfalls einen Gig verschafft, hätte ich unserem Publikum aber nie zugemutet. Bevor ich auf Qualität verzichte, verzichte ich lieber auf den Austauschgig. Inzwischen haben sich meine Prioritäten auch deutlich verschoben. Die Austauschgigs stehen gar nicht mehr so im Vordergrund. In erster Linie geht es mir darum, dass die Fans und die Bands einen Tag zusammen haben, an den sich alle oft und gerne erinnern. Wenn ich keine Band mehr hätte, würde ich das Bergisch Metal trotzdem weiter fortsetzen. Es braucht Veranstalter die so was für Untergrund-Bands machen. Ohne überregionalen Austausch würde die Szene ausbluten. Irgendwann gibt jede Band auf, wenn sie nie Gigs außerhalb ihrer heimischen Gefilde bekommt.

Also würdest du sagen der besondere Charakter des Festivals ist der Underground-Fokus, ohne dabei nur auf lokale Bands zurückzugreifen?

Da kommt viel zusammen, was die eigene Atmosphäre ausmacht. Viele kennen sich untereinander. Das ist ein wenig wie ein Familientreffen, nur mit erheblich besserer Musik. Ich habe immer auch lokale Bands dabei, die bei den Leuten natürlich gut bekannt sind, greife aber gerne auf spannende Überraschungen und wilde Mischungen zurück. Da prallt gerne mal Technical Death auf Hard Rock und dazwischen kommt eine Gothic-Band mit lieblichem Frauengesang, gefolgt von beinhartem Thrash. Und die Besucher mögen das. Liegt vielleicht auch daran, dass die Leute im Mai irgendwie entspannter drauf sind als sonst.“

Welche Band hat dich auf dem Event bisher am meisten aus den Socken gehauen?

Muss ich nicht lange überlegen. Das war keine einzelne Band, das war der Abend als ich die Winterausgabe gemacht habe, im Dezember 2014. Da hatte ich zuerst das Line-Up im Kopf und habe dann einen Termin gesucht, an dem alle diese Bands Zeit haben. Metalface, Phobiatic, Sabiendas, Bloodspot und Pripjat. Das war unglaublich und man musste an dem Abend Angst um das Ufo haben. Ich hatte 5 Bands die vor Spielfreude nicht zu halten waren und ich hatte knapp 150 Leute im Laden die Bock hatten abzugehen. Von der ersten bis zur letzten Minute hat die Luft gebrannt.“

Klingt genial! Was kannst du uns über das diesjährige Line-Up erzählen?

Dieses Mal gibt es sogar zwei Bands mehr als sonst. Den Opener will keiner machen und da meine Band dieses Jahr gerade kein neues Album am Start hat, werde ich mit Mortal Peril den Teil selber erledigen. Dann kann ich mir auch früher ein paar Bier genehmigen und den Abend genießen. Danach schalten wir mit Well Seasoned Christ einen kleinen Gang runter. Die Musik ist düster, nicht unbedingt von Tempo geprägt und sehr heavy. Hereditary kommen aus Bonn und hauen deutlich mehr rein. Klassischer Death/Thrash würde ich sagen. Als Kontrastprogramm bieten Elvenpath danach schönen Power-Metal. Die Band habe ich schon zweimal live gesehen und für gut befunden. Mynded kommen zwar aus Bayern, klingen aber nach feinstem Bay-Area Thrash. Eine ganz junge Band mit viel Spielfreude. Temprage dürfte einem großen Teil der Leute die üblicherweise ins Ufo kommen bekannt sein. Ebenfalls eine ganz junge Band die Thrash der alten Schule macht. Die waren damals noch unter dem Namen Metalface bei der bereits erwähnten legendären Winterausgabe dabei. Zum Schluss spielen Ayahuasca. Das ist ein Projekt bei dem einer der Kollegen von Pripjat Gitarre spielt. Was die machen ist schwer zu beschreiben. Avantgardistischer Death-Metal vielleicht. Da steckt sehr viel drin und die Musik klingt abgefahren. Ich bin gespannt wie das auf der Bühne kommt.“

Die frühen Vögel werden mit Freibier belohnt. Was erwartet bergische Metalheads, die den Event schwänzen im Gegenzug?

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Tja, man kann natürlich am 20. Mai was anderes machen als im Ufo aufzukreuzen und die Musik abzufeiern, aber dann wird der Abend halt kacke. Außerdem wird der Hund dran glauben müssen wenn nicht genug Lösegeld vom Eintritt zusammen kommt. Wer will denn mit so einer Schuld leben?“

5. BERGISCH METAL FESTIVAL
20.05.2017 – Ufo, Bergisch Gladbach
Tickets: 8.-

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